Was Bankkunden heutzutage wichtig ist

Laut den Ergebnissen einer Anfang Februar durchgeführten Forsa-Umfrage im Auftrag des Softwareherstellers SAS, nimmt die Sicherheit bei deutschen Bankkunden einen höheren Stellenwert als ein hohes Zinsniveau ein. 84 Prozent der Befragten würden bei einem vorsichtigen Umgehen der Banken mit den jeweiligen Kunden-Geld-Einlagen im Gegenzug niedrige Zinsen in Kauf nehmen.

Ich kann bei diesem Ergebnis nur den Kopf schütteln. Sicher wünsche auch ich mir, dass meinen Geldanlagen sicher sind und natürlich keinen Verlust machen, würde dafür aber keine deutlich niedrigeren Zinsen von bis zu einem Prozentpunkt – wie in der Umfrage – wollen.

Natürlich ist auch verständlich, dass gerade Sparer die in der Vergangenheit Geld an den Finanzmärkten verloren haben und sich beispielsweise mit ausgefallenen Zinserträgen von Pleite-Banken rumärgern mussten, sich auch bessere Beratung wünschen und dass sich Banken ihrer Kundschaft gegenüber verantwortungsvoll verhalten (47% der Befragten sind schließlich anderer Meinung).

Als Kunde/Geschädigter vergisst man so etwas nicht und ist daher kritischer gegenüber den Lockangeboten von beispielsweise neuen Tagesgeldkonten eingestellt. Durch die breite Streuung seiner Anlagen kann man sich selbst aber auch absichern und ist nicht vollständig auf Vermögensberater angewiesen. Die eigene „Financial Education“ wie es so schön heißt und das Geld selbst in die Hand nehmen wird auch zukünftig immer wichtiger sein.
Investiert nicht nur in das, was Ihr kennt, sondern macht euch auch über neue Produkte und Angebote schlau, diskutiert in Online-Foren oder besorgt euch ein paar Bücher, die die Grundlagen dazu vermitteln. Alles auf ein Pferd zu setzen mag im Pferde-Wettsport funktionieren, im Finanzgeschäft leider nur sehr sehr selten.

Am meisten Vertrauen haben die Befragten übrigens gegenüber den Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken mit 80 Prozent, bei den Privatbanken sind es hingegen nur 14 Prozent.

67 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass die deutschen Banken noch mit derselben Geschäftspolitik agieren wie bei der Bankenkrise 2008/2009 und sogar 70 Prozent würden eine stärkere Kontrolle durch den Staat befürworten. Bei den unter 30jährigen allerdings sieht das anders aus, dieser Teil der Befragten wünscht sich, dass der Staat von einer stärkeren Bankenregulierung absieht.

Diese Umfrage darf nicht überbewertet werden und ich hoffe, dass sich die Manager und Mitarbeiter nun nicht darauf ausruhen und mit der Fadenscheinigen Ausrede „Ihr Geld ist bei uns sicher, dafür erhalten sie eben nur 0,90 Prozent Zinsen!“ im Hintergrund selbst das Geld einsacken und weiter arbeiten wie bisher. Wer auf sein Erspartes zu wenig Zinsen erhält, sollte vielleicht doch einmal einen Wechsel seines Bankinstituts oder eines entsprechenden Geldbetrages zu einem Anderen in Betracht ziehen.

Passend dazu meldete vor kurzem der „Bundesverband Investment und Asset Management„, dass deutschen Anleger zum langfristigen Vermögensaufbau wieder stärker auf Fonds setzen und v.a. internationale Aktienfonds seit November wieder verstärkt nachgefragt werden.

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