HTTP/2 – Browserunterstützung

Hinweis: Beitrag zuletzt aktualisiert im Juni 2020
Seit vielen Jahren surfen wir im Internet mit dem Protokollstandard HTTP/1.1
Nun ist es endlich soweit und HTTP/2 steht kurz vor der Fertigstellung, genauer gesagt ist der Standard zwischenzeitlich offiziell seit dem 14. Mai 2015. Die Grundlage für die neue Version von HTTP bildete SPDY, das Google initiiert hat und das Webverbindungen vor allem beschleunigen soll.

Der Aufbau einer Webseite mit HTTP/2 ist ab dann deutlich schneller und ressourcenschonender als mit dem aktuellen/früheren Standard. Dazu nutzt HTTP/2 eine Reihe neuer Funktionen: Dank langlebiger Verbindungen und Multiplexing startet der Browser mehrere Serveranfragen parallel und eine neue Header-Komprimierung (HPACK) reduziert die Datenmenge beim Verbindungsaufbau deutlich.

Da stellt sich die Frage, wie schnell man eigentlich als Anwender beim täglichen browsen über Webseiten HTTP/2 nutzen kann, sofern es der Webserver-Betreiber verwendet. Dank der frühen Unterstützung von SPDY sind relativ viele Browserhersteller vorbereitet und haben relativ schnell den neuen Standard in weiten Teilen automatisch unterstützt. Allerdings sind nicht alle Funktionen sofort mit dem Start verfügbar gewesen:

Browserunterstützung von HTTP/2

Google Chrome

Der HTTP/2-Support wurde mit Chrome 41 ausgerollt und Google hatte sich entschlossen, das selbst entwickelte Protokoll SPDY, wovon weite Teile und Ideen in HTTP/2 eingeflossen sind, dann nicht mehr weiter zu unterstützen und künftig voll auf HTTP/2 zu setzen.

Mozilla Firefox

Firefox hatte mit Version 34 den experimentellen Support eingeführt. Wer diesen in seinem Browser aktivieren möchte musste über die Eingabe von about:config diese beiden Werte auf true stellen:

network.http.spdy.enabled.http2draft
security.ssl.enable_alpn

Bitte beachtet, dass Firefox HTTP/2 nur bei Aufruf mittels https:// unterstützt.

Mit Firefox 36 wurde HTTP/2 standardmäßig aktiviert und ist seitdem verfügbar. Dafür ist diese Option zuständig, die seit Version 35 ebenfalls über about:config aktivierbar war:

network.http.spdy.enabled.http2

Microsoft Internet Explorer

Die Unterstützug von HTTP/2 sollte erst mit dem Internet Explorer 11 unter Windows 10 kommen und dann standardmäßig aktiviert sein. Unterstützt wurde allerdings SPDY schon früher und beispielsweise auch im IE 11 unter Windows 8. Leider kam es anders als geplant: Der IE 11 hat nur einen partiellen Support von HTTP/2 und dies nur unter Windows 10. Dennoch wurde mit Veröffentlichung des Edge-Browsers ab Version 12 der Support vervollständigt. Dieser ist auch für ältere Windows-Versionen erhältlich.

Apple Safari

Safari 8 unterstützte SPDY, HTTP/2 war mit Safari 9 bis 10.1 dann nur für die damals aktuelle Version des OS X 10.11 El Capitan und neuer nutzbar.

Opera

Seit Opera 26 ist Unterstützung für SPDY enthalten, HTTP/2 kam mit Opera 28.

Mobilgeräte Browser

Bei den Browsern für Smartphones, Tablet etc. kam die Unterstützung nur sehr langsam bzw. erst Jahre später:
– iOA Safari 9
– Android-Browser 81 *
– Opera Mobile 46
– Chrome for Android 81 *
– Firefox for Android 68 *
* = HTTP/2 nur, wenn der Server die Protokollaushandlung über ALPN unterstützt.

Ausblick HTTP/3

Es hat sich gezeigt, dass nach Jahrzenten von HTTP 1.1 die Entwicklung von HTTP/2 dringend erforderlich und eine Gute Idee war. Mit den stiegenden Anforderungen durch Streaming, neuen Diensten und Anwendungsszenarien, Cloud-Servern etc.pp. gibt es allerdings weiterhin Bedarf nach einer Überarbeitung diverser eingesetzter Internet-Protokolle und Techniken.
So wird derzeit am nächsten Nachfolger des HTTP-Protokolls gearbeitet: HTTP/3, das aktuell nur als Entwurf verfügbar ist. Ursprünglich als „HTTP-over-QUIC“ bekannt, nutzt es QUIC als Transport-Layer-Protokoll. QUIC steht für ‚Quick UDP Internet Connections‘ und ist ein experimentelles Netzwerkprotokoll.

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