Negative Zinsen und die Folgen für Sparer

Seit Mittwoch ist der neuen Zinssatz der EZB für die Einlagen von Finanzinstituten in Kraft. Der Einlagenzins, zu dem Banken kurzfristig Geld bei der Notenbank parken können, beträgt nun mit -0,10 Prozent einen negativen Wert. Das bedeutet, dass Banken, die Ihr Geld bei der EZB parken, anstelle von Zinsen für ihr Geld zu erhalten, nun weniger zurück bekommen.

Der Negativzins muss allerdings nur gezahlt werden, soweit die Einlagen bei der EZB über die verpflichtende Mindestreserve der jeweiligen Bank hinausgeht. Ziel der Maßnahme ist es, das die Finanzinstitute mehr Geld an Unternehmen verleihen, statt es bei der EZB einfach nur zu parken.

Auch beim allgemeinen Leitzins gab es eine Senkung auf 0,15 Prozent (zuletzt gab es 0,25 Prozent). Da sich am Leitzins zahlreiche Angebote zu Geldanlagen orientieren, gibt es unmittelbare Auswirkungen auf Sparpläne, Fest- und Tagesgeldkonten. Bereits einen Tag nach Inkrafttreten der neuen Zinssätze haben mehrere Tagesgeld-Anbieter Ihre Angebote bereits gesenkt.

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Infografik: EZB Leitzins-Entwicklung

Die Infografik wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Statista (05.06.2014, Lizenz CC BY-ND 3.0 ).

Aktuell gibt es beim Tagesgeld für Neukunden noch einige Angebote mit 1,3 und 1,4 Prozent Zinsen. Diese sind allerdings kaum für mehr als 4 bis 6 Monate garantiert. Der Durchschnitt liegt mittlerweile bei knapp unter 1 Prozent. Beim Festgeld mit Laufzeiten bis 24 Monate und einer Anlage ab 2500 EUR bewegen wir uns aktuell bei 1,8 und 1,9 Prozent. Bei längeren Laufzeiten oder höheren Beträgen sind auch noch über 2,5 Prozent möglich.

Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Klaus Müller, hat die Befürchtung geäußert, dass es nun ein noch stärkerer Anreiz für Verbraucher sei, in spekulative Anlagen zu gehen.
Problematisch wird es natürlich in jedem Fall dann, wenn man sich mit den angebotenen Finanzprodukten nicht auskennt oder zu wenig beschäftigt.

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