Social-Trading: Demokonto www.ayondo.com

In den vergangenen Wochen habe ich mir die Social-Trading-Plattform www.ayondo.com angesehen und mit einem Demokonto getestet. Bei ayondo kann man sich für 15 Tage ein Demokonto anlegen und den grundlegenden Ablauf und die Möglichkeiten des Systems kennen lernen.

Anderen Usern zu folgen und deren Kauf- und Verkaufsstrategien eins-zu-eins nachzubilden ist sehr einfach. Diese sog. Top-Trader nimmt man in seine Liste auf und hat man mehrere ausgewählt, so kann diesen eine Verteilung/Gewichtung gegeben werden. Beispielsweise kann der Faktor 3 einem Trader zugewiesen werden: Dies bedeutet, wenn er oder sie nun 10% des Kapitals bei einem Trade verliert, verliert man selbst 30% seines Kapitals bei diesem Trade. Entsprechend natürlich ist man auch höher an einem Gewinn beteiligt 🙂

Solltet Ihr mehreren Tradern folgen, verteilt sich das Risiko zudem auf die Anzahl der Trader. Die eben genannten Faktoren sind in halben Punkteschritten zwischen 0,5 und 10 einstellbar.

Das Aussuchen der Top-Trader ist recht einfach, denn man kann den Anlagezeitraum betrachten und die Wertentwicklung in diesem, das Karrierelevel, Werte wie den Gewinn/Verlust, die Anzahl der Follower etc. In der Einzelansicht eines Traders werden dann genaue Statistiken zur Wertentwicklung, der Performance der vergangenen Monate und auch der Verteilung der Trades in Indizes, Rohstoffe und Währungen unterteilt und dargestellt.

Hat man sich sein Portfolio zusammengestellt, indem man die Top-Trader in seine Trading-Liste hinzugefügt hat, so sieht man im Demokonto die Käufe und Verkäufe der vergangenen Tage und ob und wenn ja welche noch laufen. Das Schließen der aktuell laufenden Trades ist mit nur wenigen Klicks möglich, wenn man einmal früher aussteigen will oder sich das alles nicht so entwickelt wie gedacht. Ich ließ nach ein paar Tests und Umstellungen in den ersten Tagen das Demokonto dann die zweite Woche laufen ohne einzugreifen. Aus 1.000 EUR virtuellem Anfangskapital wurden am Ende 1.013,44 EUR. Allerdings ist mir zunächst nicht klar geworden, ob bei einem Livekonto jetzt noch Gebühren abgezogen werden würden, wenn man mit realem Geld arbeitet. Denn die Anzahl an einzelnen Trades in dieser Zeit ist selbst bei nur 2 ausgewählten Tradern in meinem Fall beachtlich und die Gebühren für Kauf/Verkauf müssten an sich eine stolze Summe ergeben.

ayondo_portfolio

Möchte man nun selbst Werte handeln finde ich persönlich das System sehr unübersichtlich und man findet kaum „normale“ Aktienwerte. Der Focus scheint auf Rohstoffen und Indizes zu liegen. Eine langfristige Anlage ist wohl eher unüblich und das Daytrading mit Rohstoffen bei den Usern, die zu den Top-Tradern zählen, favorisiert. Das mag sicher auch an der Anlageform der CFDs liegen, da nur diese überhaupt gehandelt werden können. Details dazu am Ende des Artikels.
Auch wird nahezu permanent angezeigt, dass aktuell kein Datenfeed verfügbar sei, ein Kauf oder Verkauf scheiterte an nicht vorhandenen Kursen 🙁 Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob das ein Fehler ist oder im Demokonto überhaupt nicht möglich sein soll.

Das Livekonto

Für den eigentlichen Start benötigt man ein Livekonto und beginnt dort quasi eine Karriere als Trader und hat verschiedene Level zu meistern, dieses „Spielprinzip“ finde ich ganz lustig und ein Anreiz, eine höhere Stufe zu erreichen ist da, denn es gibt je nach Karrierestufe 1 bis 5 USD für jeden Trade, den ein Follower mit ausführt (Die genaue Berechnung ist auf der Webseite des Anbieters erklärt).
Je höher die eigene Stufe, umso eher werden auch andere User in der Suche einen selbst finden. Dort existiert für die Auswahl der Top-Trader eine entsprechende Filterfunktion.

Die Voraussetzungen, um über das erste ‚Level‘ hinaus zu kommen sind aber nicht ohne:
Man muss mindestens 15 Trades in 30 Tagen abgeschlossen haben, die Performance muss nach 30 Tagen mindestens 1,0% betragen und der maximale Drawdown (= der maximale Prozentuale Anteil des Verlustes gemessen am Kontostand, zur genauen Erklärung) darf nicht größer als 25,0% sein.

Man kann entweder mit virtuellem oder echtem Geld handeln. Für den Handel mit realem Geld benötigt man allerdings ein Konto bei ayondomarkets.com einem Broker in London, der ab 100 EUR ein Konto eröffnet. Die Gebührenstruktur habe ich mir nicht angesehen, dazu komme ich aber gleich:

Orderkosten/Sonstiges

Über ayondo können nur CFDs gehandelt werden, also man setzt auf steigende und fallende Kurse des zugrundeliegenden Basiswerts von Indizes, Aktien, Rohstoffen und Derivaten. CFDs zählen zu den hochspekulativen Finanzgeschäften.

Theoretisch fallen bei vielen CFD-Brokern nur für Aktien-CFDs Transaktionskosten an. Gebühren für die Order fallen ebenfalls im Regelfall nicht an, allerdings oft für Limitzusätze. Beim Halten einer CFD-Aktienposition und häufig auch bei Indizes über Nacht oder gar mehrere Tage werden Kosten in Form von Zinsen berechnet.

Laut den FAQ von ayondo erhält der Anbieter Kommissionen direkt von Partnerbrokern, so dass für das automatisierte Routing der Trades auf  das Konto bei ayondomarkets keine zusätzlichen Gebühren erhoben werden.

Klingt zu schön um wahr zu sein 😉 Falls jemand ayondo nutzt und mit einigen Details aufklären kann, würde ich mich freuen. Ansonsten sei das direkt ein Aufruf an die Betreiber: Leute stellt das auf eurer Webseite doch bitte noch etwas klarer heraus, wie es sich mit Order- und Transaktionsgebühren und/oder anderen Kosten verhält.

Ein Fazit kann ich nur für mich erstellen: Ohne Frage ist ayondo interessant und die Konzentration auf CFDs spricht sicherlich entsprechende Kenner an. Das Folgen eines Top-Traders ist sehr einfach und man kann mit einer sog. „Loss Protection“ auch den Verlust begrenzen. Ich werde mir jedoch noch den ein oder anderen anderen Anbieter im Bereich des Social-Trading ansehen und euch natürlich darüber berichten.

4 Antworten

  1. Ingrid H. 31. Juli 2016 / 17:42

    Wenn ein Anbieter auf die sog „loss protection“ hinweist (was ja viele nicht gerne tun) dann kann man ihn schon mal in Betracht ziehen! Aber darauf weist du ja indirekt eh hin! Sehr guter Beitrag

  2. Andrea 30. August 2016 / 16:06

    Ich nutze ayondo ! Bin recht zufrieden auch was die immer bemängelten versteckten Spesen betrifft! Kann die bisher überhaupt nicht nachvollziehen!

  3. Werner Hemerling 1. Dezember 2016 / 13:12

    kann euch flatex ans Herz legen. Günstig und verläasslich … außerdem hats nen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Anbietern. man muss nur einmal den Code eingeben und damit kann man unbegrenzt trades durchführen!

    • Sven 7. Juni 2018 / 14:18

      kann ich bezeugen. bietet übrigens gratis trade bei optis an

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