Medienberichte Japan und der Atomausstieg

So, nachdem ich mich ja neulich schon über das „Trending Topic“ der Medien, die Japan-Katastrophe ausgelassen habe, wird es nach knapp 5 Tagen Zeit für einen neuen Blogbeitrag zu diesem Thema.

Was mich eigentlich am meisten stört ist, dass es eine absolute Panikmache seitens der Medien und mittlerweile auch der Politiker gibt. Der Atomausstieg und die Meldungen aus Japan werden aufgebauscht und sämtliche Quelle und Experten herangezogen, um die Bevölkerung für sich einzunehmen. Seriös und wertfrei geht anders.
Am Rande wird auch nur noch erwähnt, dass in Bahrein Truppen einmaschiert sind und in Libyen weiterhin ein Bürgerkrieg im Gange ist. Von anderen Themen ganz zu schweigen.

Aber ohne Panikmache könnte man ja die Nachrichten nicht verkaufen und erhält nicht die gewünschten Einschaltquoten.
Jod ist bei einenm der großen Hersteller angeblich bereits ausverkauft, da speziell auch die Amerikaner sich damit eindecken. Ich frage mich, ob die Leute wirklich zu dumm sind, sich richtig zu informieren. Da auch bei uns die Nachfrage steigt, sollte man sich eigentlich die Frage stellen, ob es anstelle von Milliarden für den Atomausstieg und die Förderung von regenerativen Energiequellen nicht ersteinmal sinnvoller wäre, in die Bildung zu investieren…

Sehr interessant in diesem Zusammenhang fand ich auch die Schreckensmeldung von n-tv in dieser Woche. Frei zitiert aus den letzten 20 Sekunden des Beitrags: „Im Falle einer Kontanimation wäre Tokio für mehrere 1000 Jahre nicht mehr bewohnbar.“
Na super, Tokio ist ca. 250km weit weg und im Worst-Case würde sicherlich erstmal nur eine Schutzzone im Umkreis von etwa 30km um die Reaktoren gelegt werden und fertig. An dieser Stelle gerne der Vergleich mit Tschernobyl, dort wurde die Sperrzeone erst nach und nach auf eine Fläche von insgesamt 4300km² ausgeweitet.

Wer wertfrei die Sachverhalte und den aktuellen Stand lesen möchte, dem sei die Webseite der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) empfohlen:
http://www.grs.de/informationen-zur-lage-den-japanischen-kernkraftwerken-fukushima-onagawa-und-tokai

Stand von 12.30 Uhr: Die Wasserstände in den Druckbehältern steigen und die beiden gefährdeten Blöcle 5 und 6 sind vollständig unter Kontrolle.

 

Der Atomausstieg in Deutschland

So, nun zum Atomausstieg, der auf einmal so schnell gehen soll und Deutschland wieder einmal Vorreiter spielen möchte. Sieben AKWs wurden schon heruntergefahren und mindestens eines soll auch nach der Moratiumszeit von ca. drei Monaten dauerhaft abgeschaltet werden.
Auch andere Länder stoppen Ihre Ausbaupläne und wollen nun ersteinmal die bestehenden Kraftwerke prüfen. Auch in der EU wurde schon angesprochen, am besten eine europäische Norm zu erstellen.

Russland und die Türkei wollen zwar ebenfalls Ihre aktuellen Atomkraftwerke prüfen, aber ein Ausstieg kommt für diese derzeit nicht in Frage. Gerade Russische Firmen haben in den vergangenen Jahren in vielen Projekten Ihre Erfahrungen und Ihr KnowHow eingesetzt und es bestehen international zahlreiche Aufträge für Neubauten von Atomkraftwerken (z.B. Indien, China und Iran).

Es sollen in den nächsten drei Monaten alle Kernkraftwerke in Deutschland auf deren Sicherheit geprüft werden. Dazu soll auch die Sicherheit gegen Flugzeugabstürze geprüft werden. Also mir fallen auch noch andere Dinge ein, gegen die unsere AKws nicht sicher sind:

  • Erdbeben
  • Tsunamis
  • Atombomben
  • Wasserstoffbomben
  • Meteoriteneinschläge
  • Asteroideneinschläge
  • Unmengen an TNT, die um den Reaktor aufgeschichtet und zur Detonation gebracht werden

Ich behaupte, dass diese Szenarien, so abwegig Sie im Moment sein mögen, nicht nur auch berücksichtigt werden sollten, sondern auch bei den bisherigen alternatven Energiequellen ein Prüfung auf Sicherheit durchgeführt werden muss, bevor beschlossen wird, diese als die Allheilmittel der Bevölkerung zu verkaufen. Und dabei spreche ich die unmittelbare Gefahr (giftige Gase bei Brand von Solarzellen) und auch Spätfolgen (eingesetzte nicht verrotende oder recyclebare Materialien) sowie die Auswirkungen auf die Mensch- und Tierwelt (Erdbeben bei Geothermie, Geräuschpegel und Schattenwurf, Standsicherheit bei Windkraft etc.pp.) an.
BTW: Chemieanlagen sind doch sicher und können keine Langzeitschäden durch Verseuchung verursachen oder doch?

Dass wir nach aktuellen Zahlen wohl ohne die sieben abgeschalteten Atomkraftwerke auskommen können, liegt an der Jahreszeit und daran, dass es im Augenblick keinen Energie-Anstieg gibt, den man kurzfristig abfangen muss.
Wusstet Ihr, dass bis 2015 knapp 20(!) neue Kohlekraftwerke gebaut oder Bestehende erweitert werden sollen? (Quelle: Wikipedia) soviel zum Ausstieg aus der Atomkraft und dem Ziel einer nachhaltigen Energiewirtschaft und der in Deutschland und Europa verbesserten Klimapolitik.

 

1 Antwort

  1. Canal 20. September 2015 / 18:09

    Es geht den Energiekonzernen immer nur um ihr Einkommen. Sie denken nie an unsere Umwelt, Hauptsache sie bekommen ihr Geld. Im Moment reden die Kraftwerkbetreiber davon, dass nicht ausreichend Strom produziert wfcrde ohne die Atomenergie, aber das ist wieder nur eine der vielen Ausreden um den Ausstieg aus der Atomkraft zu bremsen. Auch die Bundesregierung will den Energieriesen entgegenkommen, indem sie den Bossen erlaubt, die Stromkontingente der 7 Atomkraftwerke, die sofort abgeschaltet werden sollen, auf neuere Kraftwerke zu fcberschreiben. Ich finde die grodfen Firmen und die Politiker sollten nicht nur auf ihren Profit achten, sondern mehr auf die Umwelt. Ich werde mich auch weiterhin gegen die Atomkraft einsetzen.

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