Dispozinsen werden nicht gedeckelt

Das Thema erscheint regelmäßig wieder und erhitzt die Gemüter:
Die Höhe der Dispozinsen bei Kontoüberziehung sind horrend im Vergleich zu den sehr geringen Kosten, mit denen sich Banken untereinander oder von der EZB Geld leihen können. Von der Europäischen Zentralbank (EZB) erhalten die Institute derzeit Geld für einen Leitzins von nur 0,25 Prozent. Der Durchschnitt der Dispozinsen gegenüber den Bankkunden lag im August bei 11,31 Prozent, die teuersten Banken sogar bis zu 14,75 Prozent.

Auch in diesem Jahr gab es wieder Kritik, nicht nur von Verbraucherschützern, die seit Jahren darum kämpfen, den Höchstsatz für Dispozinsen zu deckeln. Auch einige Politiker sprachen sich in diesem Jahr grundsätzlich dafür aus und machten es zumindest im Kleinen sogar zum Wahlkampfthema der SPD. Die Forderung war ein Deckel bei 8 Prozent oberhalb des von der Bundesbank bestimmten Basiszinssatzes. Dieser betrug vor wenigen Wochen übrigens -0,38 Prozent.

Letztendlich kam es nicht dazu. Denn im Rahmen der Koalitionsverhandlungen entschied sich die Arbeitsgruppe Finanzen gegen eine Begrenzung von Dispozinsen für Bankkunden.

Allerdings soll es stattdessen zu mehr Transparenz bei den Gebühren kommen. Zukünftig sollen die Bankkunden, sobald Sie in den Dispo-Bereich kommen, einen separaten Hinweis erhalten. Desweiteren soll nun, sofern sich der Kunde über einen Zeitraum X bzw. mit einer hohen Summe im „Dispo“ befindet, über kostengünstigere Alternativen (z.B. ein Kredit) informiert werden. Es bleibt abzuwarten, wie schnell, umfassend und mit welchen Konditionen diese Information an die Bankkunden tatsächlich erfolgen wird.

Zu Unterscheiden gilt es hier im Übrigen zwischen dem eingeräumten Dispositionskredit, der meistens in der Höhe von 2 oder 3 Monatsgehältern liegt und dem im Anschluss daran für die darüber hinausgehende Überziehung des Kontos.

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