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Der MSCI World ist eigentlich zu über 60% nur USA

Heute möchte ich einmal einen wirklich ganz kurzen Einblick in zwei ETFs (=Exchange Traded Funds) geben. In der Welt von ETFs begegnet einem zwangsweise zunächst der „MSCI World Index“:

MSCI World = 64% USA?

Dieser Index ist ein internationaler Aktienindex, der aus 23 Industrieländern die Wertentwicklung von Unternehmen abbildet. Die genaue Anzahl und Verteilung schwankt im Jahresverlauf, mit Stand Ende März 2020 waren es 1.643 Unternehmen.

Auch wenn der Name „World“ anderes vermuten lässt, kommt der größte Anteil der Unternehmen aus den USA (ca. 64%). Danach folgen Japan mit ca. 8% und Großbritannien mit knapp 5%. Erst danach kommen Aktien/Unternehmen der verbliebenen Länder.

Sieht man sich die im Index vertretenen Branchen an, so zählen hier Unternehmen aus der Informationstechnologie mit 19,11%, des Gesundheitswesens (14,57%) und der Finanzdienstleistungen (13,47%) als größte Posten dazu. (Quelle: MSCI; Stand: 31.03.2020)

MSCI Emerging Markets = 40% China?

Ein weiterer ETF ist der „MSCI Emerging Markets“. Dieser deckt die Wertentwicklung von Unternehmen in 26 Schwellenländern ab. Mit 1.404 Unternehmen entspricht das etwa 85% der Marktkapitalisierung in den Schwellenländern.

Allerdings gibt es auch hier keine gleichmäßige Verteilung nach Branchen oder Ländern, was nicht unbedingt negativ sein muss. Mit ca. 40% ist China am stärksten im Index vertreten. Danach folgen Taiwan und Südkorea mit jeweils um die 12%.

Zu den am stärksten vertretenen Branchen zählen hier die Finanzdienstleistungen (21,60%), die Informationstechnologie (16,86%) und sog. Nicht-Basiskonsumgüter (15,41%). (Quelle: MSCI; Stand: 31.03.20)

MSCI World + Emerging Markets verbinden?

Oft empfohlen – gerade auch für Neulinge im Bereich der ETFs – ist als Grundstock eines Investments entweder nur der MSCI World oder eine Aufteilung von 70:30 oder auch 80:20 der Investitionsssumme zu sehen:
– 70% MSCI World -> 45% USA
– 30% MSCI Emerging Markets -> 12% China

Nun gut, damit hat man den reinen Anteil an Unternehmen aus den USA verringert und auch die Schwellenländer, allen voran China, nicht übermäßig viel Potential zugeschrieben. Grundsätzlich spricht auch nichts gegen eine solche Aufteilung, denn die bekanntesten bzw. größten Unternehmen weltweit kommen nunmal aus den USA (z.B. Microsoft, Apple, Coca-Cola etc.). Was mich jedoch stört ist rein die Bezeichnung, denn unter „World“ erwarte ich – wenn schon nicht die Schwellenländer darin enthalten sind – zumindest eine einigermaßen weltweit ausgeglichene Verteilung nach Ländern.

In einem der nächsten Blogartikel werde ich eine etwas andere Aufteilung zeigen, in der Europa stärker berücksichtigt wird.

ETF photoPhoto by EpicTop10.com


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